Stadtbücherei Rösrath 23.9.2011

10. November 2011 | Von | Kategorie: Streckstrump-Satchmo

Der Überraschungsgast überraschte

Büchereileiter Matheisen und der Autor

anders als geplant:

Er musste am Nachmittag der Lesung – vor vollem Haus übrigens – die Notaufnahme aufsuchen. Erst um 20 Uhr kam er wieder raus, geriet zwischen Leverkusen und Köln in einen 8 – km – Stau und simste um 21.14 Uhr: “Fahre nach Hause, leider kein Durchkommen. Entschuldigung an alle Besucher.”

Vor interessiertem Publikum, darunter der amtierende und der Altbürgermeister, las der Autor drei statt wie üblich zwei Kapitel und spielte zwei statt nur einer Nummer von der CD von Papa Joe’s Jazzmen.

Wie bei meinen Lesungen üblich, wurde das a capella Publikum einbezogen,

Wer ist denn nun der ausgebliebene Überraschungsgast, wurde natürlich gefragt.

Didi Zander alias “Streckstrump-Satchmo”, die Hauptfigur des Romans, Trompeter und  Sänger, der zumindest akustisch seine Visitenkarte abgab.

Nach Texten und Musik richteten sich etliche Fragen an den Autor.

In erster Linie interessierte, ob ich nach einem vorgegeben Plan oder “einfach so drauf los” schreibe.

Antwort: Ich werde durch aktuelle und / oder selbst er lebte Ereignisse angeregt, siehe Stadtpaten oder Millionärsflüsterer. Zuerst entsteht das oder der ‚Plot’, oft wenige Zeilen lang. Danach erarbeite ich eine Kapitelgliederung – ein Satz pro Kapitel. Wenn man ein Kapitel nicht in einem Satz zusammenfassen kann, stimmt etwas nicht, weiß ich von Sol Stein.

Kapitelweise wird das auf einen Absatz ausgeweitete, danach ist der Roman zu 80 – 99 % im Kopf entwickelt und „muss nur noch niedergeschrieben werden.“ Ich schreibe nicht streng nach Zeitplan „morgens von 8 bis 11“ oder so, sondern nur, wenn mir danach ist. Alle drei Romane entstanden auf diese Weise innerhalb von jeweils etwa drei Monaten.

De „Stammbesatzung“ ist in Charakterprofilen fest gehalten, die falls erforderlich aktualisiert werden. Die übrigen Hauptpersonen – Opfer, Verdächtige, Täter – werden ad hoc entwickelt, meist in Form einer Mischung realer Personen.

Vorbilder? Ja. Sjöwall / Walhöö, siehe gesonderten Artikel auf dieser Seite.

Derzeit wird gearbeitet an?

Mit dem Verlag an der Übersetzung des Romans ins Englische – schwieriger als erwartet wegen der durchgehend literarischen Sprache und besonders der Kölsch-Einsprengsel, die z. T. schon ins Hochdeutsche schwierig zu übersetzen sind. Aber wir haben einen Weg gefunden.

Weil bekanntlich „ausgerechnet donnerstags“ viele Fans oder Interessenten keine Zeit haben, weise ich auf die Lesung am 11.12.2011 (Sonntag) um 20 Uhr auf dem Höhepunkt und Abschluss des literarischen Krimifestivals des „Syndikats“ (Ende 22.30 h) im Zelt auf dem Heinrich-Böll-Platz am Museum Ludwig hin.

Zwischen dem 8. und dem 11.12. lesen viele zum Teil namhafte, preisgekrönte Syndikater in dem eigens aufgestellten Zelt vis a vis vom Café Ludwig. Am 8.11. beginnen wir gegen 16 Uhr. Eine ganze Reihe Syndikats-Mitglieder werden zugegen sein.

Das Syndikat ist die Vereinigung deutschsprachiger Kriminalschriftsteller. Es veranstaltet jährlich die Criminale (immer an anderen Orten) und verleiht die Glauser- und Martin – Preise, die bedeutendsten deutschen Krimipreise.

Glausers Todestag am 8.12. ist konkreter Anlass für die Minifestivals in verschiedenen deutschsprachigen Städten.

Siehe  http://krimitag.com/20111023-crime-cologne-das-morderische-programm/

sowie www.unserort.de/
Büchereileiter Matheisen und der Autor

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